Tuchhallen

Rynek Główny 1-3

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Wahrzeichen der Stadt, Perle der Renaissance-Architektur, das älteste Krakauer „Einkaufszentrum“ – die Tuchhallen gehören zu den wichtigsten historischen Gebäuden in Krakau.

Das Gewandhaus – in Krakau traditionell Tuchhallen genannt – war eine der wichtigsten Institutionen des Stadt: Hier konzentrierte sich der Handel. Die ersten Tuchhallen, die im 13. Jahrhundert nach der Verleihung des Stadtrechts errichtet wurden, bestanden aus zwei Reihen von steinernen Läden, die eine Art Gasse in der Mitte des Hauptmarkts bildeten. An beiden Enden wurden sie nachts zum Schutz vor Dieben durch Gatter abgeschlossen. Die überdachten Tuchhallen entstanden im 14. Jahrhundert. Ein Überbleibsel dieses Gebäudes sind die spitzbogigen Eingangsportale an den Stirnseiten, die bis heute sichtbar sind. Der Handel in der Tuchhalle war eine der wichtigsten Quellen der städtischen Einkünfte. Gemäß einem königlichen Privileg konnten hier die durchreisenden Tuchhändler ihre Ware feilbieten.

Kein Wunder also, dass das Gebäude nach einem verheerenden Brand im Jahr 1555 rasch wiederaufgebaut wurde. Dabei waren die besten Baumeister, Künstler und Handwerker engagiert, darunter viele Italiener, die im Gefolge der Königin Bona (der aus Italien stammenden Gemahlin von König Sigismund dem Alten) nach Polen gekommen waren. Die wiederaufgebauten Tuchhallen bekamen damals ihre lange Attika mit einem Zierfries und den sogenannten Maskaronen –  grotesken, stilisierten Köpfen, die von dem bedeutenden italienischen Bildhauer Santi Gucci entworfen wurden. Die Haupthalle wurde in zwei Geschosse geteilt. Im Obergeschoss entstand so eine zusätzliche Halle, das sogenannte Smatruz (Schmetterhaus). Der Name leitet sich vom deutschen Verb schmettern ab, das früher die Bedeutung „schwindeln, feilschen“ hatte. Zu diesen Raum führten Treppen mit Loggien (entworfen von Giovanni Maria Padovano).

Mit der Zeit verloren die Tuchhallen ihren Glanz. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts erinnerte das verkommene Gebäude, an das an den Längsseiten armselige Holzbuden „angeklebt“ waren, in keinster Weise mehr an die Perle der Krakauer Renaissance. Eine Generalüberholung wurde notwendig. Das Gebäude, wie wir es heute kennen, ist das Ergebnis dieses Umbaus: Die Buden wurden abgerissen, ein Laubengang angefügt und im ehemaligen Smatruz eine Galerie der polnischen Kunst eingerichtet. Ihre Handelsfunktion verloren die Tuchhallen jedoch nicht gänzlich. Im Erdgeschoss befinden sich bis heute Läden, in denen allerdings statt mit Tuchen mit Souvenirs gehandelt wird.

Besichtigen Sie auch:

  • das Kaffeehaus von Jan Noworolski mit seiner Jugendstileinrichtung,
  • die Galerie der polnischen Kunst des 19. Jahrhunderts – Abteilung des Nationalmuseums in Krakau, das genau hier in den Tuchhallen gegründet wurde. Es besitzt unter anderem Gemälde von Jan Matejko, Piotr Michałowski, Jacek Malczewski, Henryk Siemiradzki, Józef Chełmoński und anderen,
  • den unterirdischen Marktplatz – eine Besichtigungsstrecke, die eine spannende Zeitreise in die Vergangenheit bietet: Modernste Multimedia, Relikte der ältesten gemauerten Marktgebäude Krakaus sowie archäologische Fundstücke wie Münzen und andere Gegenstände versetzen uns zurück ins Mittelalter (Abteilung des Historischen Museums der Stadt Krakau),
  • das eiserne Messer – das am Durchgang durch die Tuchhallen an der Seite des Adam-Mickiewicz-Denkmals hängende Werkzeug ist ein altes Attribut des strengen Magdeburger Rechts, das Diebe mit dem Abschneiden eines Ohrs bestrafte und schwerere Straftäter dem Henker überantwortete; die Legende bezieht es aber auf die Geschichte vom Brudermord beim Bau der Marienkirche.
Rynek Główny 1-3
Über: Eintritt frei
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